Zwangsverwaltung

Allgemeines zur Zwangsverwaltung

Nicht nur die Zwangsversteigerung, sondern auch die Zwangsverwaltung ist eine weitere nach §§ 146 ff. Zwangsversteigerungsgesetz auf Pazifikation des Gläubigers orientierte Art der Zwangsvollstreckung in das unbewegliche Vermögen. Dieses Vorhaben gilt nicht nur für die Anwendungen des Grundstücks mitsamt grundstücksgleichen Rechts, sondern auch auf die Nutzbarmachung der Substanz zum Vorteil von jedem Gläubiger.

Voraussetzungen und die Zwangsverwaltungsanordnung sind vergleichbar mit der Zwangsversteigerung. Das Gericht bezieht sich zu der Durchführung einen Zwangsverwalter – einen sogenannten Sequester, welcher die Aufgabe übernimmt, das vorliegende Grundstück in Besitz zu nehmen. Dabei darf der Schuldner nur unentbehrliche Räume für seinen Hausstand in Anspruch nehmen. Für den Fall, dass der Schuldner den Zwangsverwaltungszweck gefährdet, dann findet die Folge der Grundstücksräumung Anwendung. Der Beschluss der Anordnung hat das Resultat einer Sicherstellung und entzieht dem Schuldner das Verwaltungs- und Verfügungsrecht über das Grundstück. Der Zwangsverwalter hat für dessen fachgemäße Benutzung Sorge zu tragen, wobei laufende Pacht- und Mietverträge wirksam bleiben. Aus den Verwendungen des Grundstücks sind die Verfahrenskosten und die Zwangsverwaltungsausgaben vorab abzudecken. Sofern es Überschüsse gibt, werden diese nach einem Teilungsplan auf Gerichtsanordnung durch den Zwangsverwalter auf die laufenden Ansprüche aus beispielsweise öffentlichen Lasten, Lohn, Grundstücksrechten und die Forderung des betreibenden Gläubigers verteilt. Gegen den Teilungsplan lässt das Gericht für alle Beteiligten eine Beschwerde oder sofortige Erinnerung – bei formellen Verstößen – oder einen Widerspruch – bei materiellen Verstößen – zu.

Angenommen, dass der Gläubiger der Vollstreckung befriedigt ist oder bleibt der angeforderte Kostenvorschuss vom Gericht für die kompletten Verfahrensaufwendungen aus, dann hebt das Vollstreckungsgericht den aufgesetzten Beschluss wieder auf. Die Anordnung der Zwangsverwaltung ist in dem Grundbuch einzutragen. Für den Fall einer Aufhebung muss im Grundbuch ein Vermerk für die Löschung beim Grundbuchamt erfolgen.