Zwangsversteigerung

Verfahren zur Befriedigung schuldrechtlicher Forderungen

Eine Zwangsversteigerung ist ein Vollstreckungsverfahren, dem sich eine Verwertung von beweglichen und unbeweglichen Wertgegenständen in Form einer Versteigerung anschließt. Ziel des Verfahrens ist eine Befriedigung der Gläubiger aus dem jeweilig erzielten Erlös. Gesetzlich ist die Zwangsversteigerung durch den § 869 ZPO determiniert.

Die Eröffnung des Vorganges ist mit einem hoheitlichen Akt gleichzusetzen, der durch regionale Amtsgerichte eingeleitet wird. Intention ist es einen schuldrechtlichen Anspruch eines Gläubigers durchzusetzen und diesen über das Vermögen des Schuldners zu tilgen. Der Vorgang kann sowohl unbewegliches als auch unbewegliches Eigentum einschließen. Als unbeweglicher Besitz gelten beispielsweise Grundstücke, Wohneigentum sowie Teileigentum oder Erbbaurechte. Bewegliche Wertgegenstände wie Schmuck, Autos oder Elektroartikel sind ebenfalls im Rahmen eines entsprechenden Prozesses zu veräußern. Verfahren, die unbewegliches Eigentum betreffen, werden von den dafür zuständigen regionalen Amtsgerichten umgesetzt. Umgesetzt und organisiert wird die Versteigerung von einem Rechtspfleger. Bewegliche Gegenstände werden von einem Gerichtsvollzieher versteigert, der diese gepfändet hat.

Beweglicher und unbeweglicher Eigentum als Grundlage

Generell dienen bewegliche und unbewegliche Besitztümer als Instrumente zur Veräußerung bzw. Versteigerung. Anträge für die Einleitung des Verfahrens können lediglich durch Gläubiger gestellt werden. Im Rahmen von Versteigerungen auf Basis von Hypothekendarlehen geben die zuständigen Banken die Abwicklung in die Hände eines Rechtsanwaltes. Eine Antragsstellung ist rechtskräftig, sofern der jeweilige Vertrag einen Vollstreckungstitel aufweist.

Nach erfolgter Prüfung durch den Rechtspfleger, erhalten Schuldner und Gläubiger einen Beschluss des Amtsgerichtes. Die Zustellung des Beschlusses ist mit einer Beschlagnahmung des Grundstücks gleichzusetzen. Daher obliegt es dem zuständigen Amtsgericht einen Eintrag im betreffenden Grundbuch vorzunehmen.

Wissenswertes rund um den Vorgang

Eine Versteigerung beweglichen Eigentum des Schuldners wird von dem Gerichtsvollzieher durchgeführt. Die gepfändeten Sachen dürfen frühestens eine Woche nach der Pfändung versteigert werden. Relevante Informationen bezüglich Ort und Zeitpunkt sind zwingend öffentlich bekannt zu geben. Die Mindestgebote müssen der Hälfte des vermeintlichen Verkaufswertes einzelner Objekte entsprechen. Das Verfahren kann optional auf Berufung von § 765a ZPO durch den Schuldner sowie auf Grundlage von § 30 ZVG von dem Gläubiger einstweilig eingestellt werden.