Zahlungsunfähigkeit

Die Zahlungsunfähigkeit wird im rechtlichen Sinne definiert, als Zustand in dem der Schuldner nicht mehr fähig ist, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Von dem Begriff der Zahlungsunfähigkeit, ist der Zustand eines kurzfristigen Liquiditätsmangels abzugrenzen. Ein kurzfristiger Liquiditätsmangel kann innerhalb von 21 Tagen beglichen werden und führt nicht zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Die Zahlungsunfähigkeit stellt rechtlich gesehen den Grund für die Eröffnung des Insolvenzverfahrens dar. Sie verpflichtet weiterhin, Gesellschaften ohne Rechtspersönlichkeit, sowie juristische Personen bzw. deren Vertreter, Insolvenz zu beantragen. Um darüber zu entscheiden, wann eine Insolvenz vorliegt, wird ein Überblick über sämtliche vorhandenen Barreserven erstellt. Hierunter fallen alle Vermögensgegenstände, deren Liquidation kurzfristig möglich ist.

Als Kriterium für eine Insolvenz reicht es bereits, wenn 10 % des geschuldeten Betrags nicht in der vorgesehenen Frist zurückgezahlt werden können. Auch zukünftige Zahlungsverpflichtungen müssen bei der Beurteilung einkalkuliert werden. Wichtig ist ein Zeitraum von drei Wochen. Innerhalb einer Liquiditätsbilanz, werden somit die verfügbaren Barreserven den vorhandenen Verbindlichkeiten und deren Fälligkeiten, für einen Zeitraum bis zu drei Wochen in der Zukunft, gegenüber gestellt. Dieser Zeitraum wird als angemessen angesehen, als Rahmen, in dem sich eine kreditwürdige Person, unter normalen Umständen, Geld beschaffen könnte, um die Schulden zu begleichen.

Rechtlich gesehen regelt die Insolvenzordnung die Belange der Wirtschaftssubjekte, die ihre Verbindlichkeiten nicht mehr begleichen können. Als Gründe für eine Insolvenz kommen zum Beispiel Arbeitslosigkeit, Krankheit, Scheidung, oder auch eine Wertminderung durch Kursverluste bei Wertpapieren und der Wertverlust von Immobilien infrage. Auch eine gescheiterte Selbstständigkeit, kann zu einer Insolvenz führen. Liegt die Unfähigkeit der Rückzahlung der Schulden im persönlichen Konsumverhalten des Schuldners begründet oder auch in mangelnder wirtschaftlicher Bildung, so kann eine Schuldnerberatung erfolgversprechend sein.