Verbraucherkreditgesetz

Das Verbraucherkreditgesetz dient vornehmlich zum Schutz des Verbrauchers bei Abschluss bestimmter Darlehensverträge. Dieser Schutz wird vom Gesetzgeber als notwendig erachtet, da es ein Ungleichgewicht zwischen den Fachkenntnissen gibt, die das Kredit gebende Institut besitzt und den Informationen, über die eine Privatperson im Normalfall verfügt. Das Gesetz soll dieses Informationsgefälle ausgleichen.

Das ursprüngliche Verbraucherkreditgesetz, trat 1991 in Kraft, wurde jedoch im Jahr 2002 von mehreren Nachfolgeregelungen innerhalb des BGB abgelöst. Obwohl das Gesetz als solches also nicht mehr existiert, werden dessen Inhalte, mithilfe anderer Paragrafen, nach wie vor gesetzlich geregelt. Die wichtigsten Paragrafen, in denen die Rechte von Privatpersonen bei Inanspruchnahme eines Kredits von einer Bank geregelt werden, sind: §§ 491–498 des BGB. Unter den Schutz dieser Paragrafen fallen verschiedene Ratenkredite, Immobilienfinanzierungen, sowie auch Kredite zur Existenzgründung, sofern sie eine bestimmte Summe nicht übersteigen. Davon abzugrenzen sind im Gegenzug Darlehen, deren Wert unter 200 Euro liegt oder die in weniger als drei Monaten zurückgezahlt werden, zinslose Darlehen, oder solche, die vom Arbeitgeber vergeben werden.

Zu den wichtigsten Inhalten, die das Verbraucherkreditgesetz regelt, gehören die vorvertragliche Informationspflicht, das Widerrufsrecht sowie das Kündigungsrecht. Im Detail fallen darunter z. B. die Form, in der der Kreditvertrag gestaltet wird und auch welche Angaben er verpflichtend beinhalten muss. Es werden der gesamte Rückzahlungsbetrag, die Art und Dauer der Rückzahlung, der Zinssatz, sowie zusätzliche Kosten für z. B. Versicherungen oder die Vermittlung, geregelt. Auch eventuell von der Bank geforderte Sicherheiten müssen im Vertrag festgehalten werden. Der Verbraucher besitzt das Recht innerhalb von 14 Tagen ohne die Angabe von Gründen und ohne, dass es einer bestimmten Form bedarf vom Vertrag zurückzutreten.