Referenzzinssatz

Was ist ein Referenzzinssatz?

Dieser Zinssatz definiert eine Orientierungsgrundlage, an welcher sich internationale Banken bei großen Kapitalgeschäften orientieren können. Er wurde eingeführt, um für Transparenz im Zinssektor zu sorgen. Vor der Einführung dieses Zinssatzes war es üblich, den Leitzinssatz der führenden Landesbank als Vergleichswert zu benutzen. Differenzieren kann man diesen Zinssatz in verschiedene Arten. Anfangs wurde für lange Zeit mit dem LIBOR und dem FIBOR gearbeitet. Erst 1999 etablierte sich der EURIBOR Zinssatz.

Wo kommt der Referenzzinssatz vor?

Dieser Zinssatz wird vor allem bei Kreditverträgen, Geldanlagen, Zinsswaps und Zinsderivaten verwendet, weil bei diesen Transaktionen der Zinssatz vertraglich genau definiert sein muss. Es dient vor allem der Absicherung im Falle einer Zinsveränderung. Kalkuliert wird dieser Zinssatz mithilfe eines Verfahrens, welches die BBA 1986 entwickelt hat. Für diese Berechnungen wählte die BBA zwischen Acht und sechzehn repräsentative Banken aus und errechnete anhand der von diesen Banken angegebenen Zinssätzen einen arithmetischen Durschnittszinssatz. Die höchsten und niedrigsten Zinssätze werden bei diesem Verfahren aussortiert, um den Durchschnittszinssatz nicht durch Extremwerte zu gefährden.

Was gibt es noch über den Referenzzinssatz zu sagen?

Um am Internationalen Bankenmarkt Zinssätze miteinander zu vergleichen, ist dieser Zinssatz von hoher Bedeutung. Der EURIBOR gilt als eine sehr verlässliche Kenngröße und hilft im Internationalen Wirtschaftssektor, Streitigkeiten aufgrund unterschiedlicher Zinsniveaus zu vermeiden. Denn durch diesen Zinssatz können überteuerte Angebote sehr schnell entlarvt werden und können dementsprechend vermieden werden. Die aktuell günstige Zinslage erklärt sich durch den relativ niedrigen Referenz Zinssatz, da dieser zurzeit bei 1,42 Prozent liegt. Somit profitieren aktuell besonders Kreditnehmer von den attraktiven Angeboten am Kreditmarkt.