Nichtabnahmeentschädigung

Diese Entschädigung bezeichnet eine Gebühr, die anfällt, wenn ein Darlehen nicht angenommen wird.

Wo kommt die Nichtabnahmeentschädigung vor?

Besonders bei Darlehen mit einer gewissen Vorlaufzeit (Forward-Darlehen) ist dies oft der Fall. Bei diesem Darlehen werden der Kreditvertrag und die Rahmenbedingungen bereits weit vor dem Bedarf des Darlehens ausgehandelt. Ändern sich nun die globalen Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel das Zinsniveau erheblich und der Darlehensnehmer entschließt ich den Kredit nicht anzutreten, wird diese Entschädigung fällig. Damit soll die Bank einen Ausgleich für die Nichtabnahme des Darlehens und die daraus entstandenen Refinanzierungsschäden erhalten. In vielen Fällen nehmen Kreditbanken selbst bei der EZB einen Kredit auf. Für diesen Kredit muss die Bank natürlich Zinsen zahlen. Die Berechnung für diese Entschädigung erfolgt auf die gleiche Weise wie die Berechnung für die Vorfälligkeitsentschädigung.

Was gibt es noch zur Nichtabnahmeentschädigung zu sagen?

Unter gewissen Umständen ist es möglich die Entschädigung nicht zahlen zu müssen, allerdings ist dies recht schwer zu verwirklichen. Hat die Bank, bei der Erstellung des Kreditvertrages, einen Fehler gemacht, könnte die Zahlung der Entschädigung entfallen. Dies könnte der Fall sein, wenn die Widerrufsbelehrung nicht fehlerfrei ist. Unter diesen Umständen würde die Widerrufsfrist nie beginnen und der Vertrag kann jederzeit widerrufen werden. Die Banken müssen außerdem in Kreditverträgen eine ganze Reihe von gesetzlichen Angaben machen. Ist der Kreditvertrag dahin gehend Fehlerhaft und das Darlehen wurde durch die Bank noch nicht ausgezahlt, ist der abgeschlossene Kreditvertrag nicht gültig. Sollte es nicht möglich sein, aus dem Kreditvertrag herauszukommen, ist es ratsam zu überprüfen, ob die jetzt fällige Entschädigung richtig berechnet wurde. Damit kann der entstandene Schaden zumindest so klein wie unbedingt nötig gehalten werden.