Negativkapital

Mit dem Begriff Negativkapital wird in der Finanzsprache der Sachverhalt beschrieben, dass die Verbindlichkeiten eines Unternehmens die Summe des vorhandenen Eigenkapitals übersteigen. Negativkapital entsteht, wenn ein Unternehmen Investitionen tätigt, diese sich jedoch nicht amortisieren und das Unternehmen keinen zusätzlichen Gewinn aus dem Geschäftsbetrieb erwirtschaften kann. Die Höhe des Gewinns, den das Unternehmen generiert, ist also insgesamt nicht ausreichend, um die Bilanz zum positiven auszugleichen.

Der Ausdruck Negativkapital wird häufig in Kombination mit dem Begriff der Überschuldung genannt. Diese entsteht, wenn ein Unternehmen aufgenommenes Fremdkapital nicht mehr zurückzahlen kann. Durch nicht ausreichend vorhandenes Eigenkapital besitzen Unternehmen, aus Sicht der Kreditgeber, weniger Sicherheiten. Dies steigert die Kosten für neue Kredite. Um das Eigenkapital wieder zu erhöhen, kommen verschiedene Möglichkeiten in Betracht. Eine Option besteht in der Reduktion von Privatentnahmen, die vor allem in kleinen und mittleren Unternehmen eine Rolle spielen. Eine Reduktion der Privatentnahmen, führt zu einer Senkung der Einkommensteuerzahlung, was sich positiv auf das Eigenkapital auswirkt. Es ist unumgänglich, dass die Privatentnahmen an den Gewinn des Unternehmens angepasst werden und nicht nach dem persönlichen Bedarf kalkuliert werden.

In einer Bilanz findet sich das negative Kapital immer auf der Aktivseite, das Eigenkapital auf der Passivseite. Die Passivseite stellt das Verhältnis zwischen Fremd- und Eigenkapital dar. Ein Unternehmen wird als gefährdet eingestuft, wenn hier kein Eigenkapital verzeichnet ist. Wird in der Bilanz eines Unternehmens kurzfristig negatives Kapital ausgezeichnet, ist dies nicht als kritisch anzusehen. In den meisten Fällen führt dieser Zustand nicht zur Insolvenz, sondern kann im nächsten Geschäftsmonat oder Geschäftsjahr ausgeglichen werden.