Nachschusspflicht

Was ist Pflicht zum Nachschuss?

In einer Gesellschaft gemäß der GmbH benennt die Nachschusspflicht die bindende Obliegenheit eines Gesellschafters, einen Nachschuss in Form von Kapital zu erbringen, welcher seine Stammeinlage übersteigt. Als Anlässe sind gesetzlich festgelegt und durch die Rechtsprechung geregelt, der Ausgleich eingetretener finanzieller Defizite, eine als nötig bewertete Erhöhung des Kapitals der Gesellschaft oder eine zukünftig stattfindende Sanierung des Unternehmens.
Unterschieden sind entsprechend der Festsetzung beschränkte und unbeschränkte Pflicht zum Nachschuss. Diese Pflichten sind in den Paragrafen 26 bis 28 der GmbH-Gesetze, GmbHG, festgelegt. Gesellschafter einer Unternehmergesellschaft befinden sich so lange in dieser Pflicht zum Nachschuss, bis die vollständige erforderliche Einlage von Euro Fünfundzwanzigtausend erreicht ist.

Wo kommt Nachschusspflicht vor?

Sie kommt in der Satzung einer GmbH, in den Verträgen zwischen Gesellschaftern und in den Verträgen von eingetragenen Genossenschaften vor. Davon ausgenommen ist als gesonderter Fall die Unternehmergesellschaft. In dieser muss, bis die minimale Einlage erbracht ist, laufend nachgeschossen werden. In einer Genossenschaft besteht sie erst, wenn kein mehr Erfolg erzielt wird. Paragraf 26 des GmbHG eröffnet Regelungen im Detail dieser Pflicht zum Nachschuss. Es sichert allerdings, dass die Zustimmung der Gesellschafter erforderlich ist für Abweichungen, etwa bei Insolvenz.

Was gibt es noch zu Nachschusspflicht zu sagen?

Die Pflicht zum Nachschuss schreckt viele ab, zu investieren und zu wagen. Eher schließen die Gesellschaften, als das gewagt wird. Dennoch verpflichtet sie zu dem, was außerhalb einer Gesellschaft oder Genossenschaft zu gelten hat. Sie ist stets erneut Gegenstand von Gerichtsverfahren bis zum Bundesgerichtshof. Beschlüsse müssen einstimmig erfolgen, sonst gibt es unwirksame Beschlüsse.