Kreditleihe

Was ist Kreditleihe?

Ein tückischer Begriff aus der Finanzwelt. Soviel ist schon mal klar. Die Kreditleihe ist von der allgemeinen Geldleihe abzugrenzen, denn hier ‚leiht‘ ein Kreditinstitut einem Kreditnehmer keine monetären Güter, wie Geld, sondern vielmehr seine eigene Kreditwürdigkeit. Irgendwie ziemlich ähnlich zum Bürgschaftsprinzip, oder nicht? Nur dass die Kreditwürdigkeit und somit das Bürge von einer offiziellen Institution übernommen wird.
Wird eine solche Leihe ausgesprochen, so übernimmt eine Bank die Haftung gegenüber Drittgläubigern, wenn der eigene Bankkunde seiner Zahlungspflicht nicht nachkommen kann. Dazu bietet das jeweilige Kreditinstitut unterschiedliche Handlungsoptionen für ihre Bankkunden: Akkreditiven, Avalkredite, Akzeptkredite oder Rembourskredite sind nur einige der Möglichkeiten. Sie alle gewährleisten, dass ein jeder Gläubiger des Bankkunden seine Forderungen beglichen bekommt.

Wo kommt Kreditleihe vor?

Grundsätzlich werden solche Leihen ausschließlich im Sinne eines Bankgeschäfts nach §1 Nr.2&8 KWG abgeschlossen. Geregelt wird dabei im Übrigen nicht nur, dass die Bank als Bürge einspringt, sondern auch dass diese ihre Aufwendungen bei ihrem Bankkunden ebenso wieder einfordern kann. Es ist somit eine Übertragung von Schuldenlasten. Besonders in den Bereichen Zollbürgschaft, Prozessavalen und anderen bestimmten Anzahlungsformen ist sie obligatorisch.

Wissenswertes zum Thema.

Oft werden Kredit- und Geldleihe verwechselt. Doch grundsätzlich spricht man hier von zwei ganz unterschiedlichen Sachen. Bei der Geldleihe wird lediglich Geld ausgetauscht. Bei der Leihe eines Kredits wird eine Bürgschaft abgeschlossen, um Drittgläubige abzusichern. So kann eine Verlagerung von Schulden und Forderungen der einzelnen Parteien entstehen. Es ist ein Mechanismus, der die Flexibilität des Finanz- und auch Wirtschaftsmarktes maßgeblich gewährleistet.