IWF

Was ist der Internationale Währungsfonds?

Der Internationale Währungsfonds IWF hat den rechtlichen Status einer Sonderorganisation der UNO (Vereinte Nationen). Der Fonds wurde im Dezember 1945 gegründet und hat seinen Sitz in Washington, D.C. Die Bundesrepublik Deutschland ist am 14. August 1952 beigetreten. Der Währungsfonds hat mittlerweile 189 Mitgliedstaaten, deren Stimmrechte sich, ähnlich wie bei einem Investmentfonds, entsprechend dem aufgebrachten Kapital verteilen. Den größten Stimmenanteil halten die USA mit 16,75 %, gefolgt von Japan mit 6,23 %. Deutschland ist mit 5,81 % das drittgrößte Mitglied. Da die Beschlüsse der Organisation mit einer Mehrheit von wenigstens 85% gefällt werden müssen, verfügen die USA über eine Sperrminorität; gleiches gilt für die Mitgliedstaaten der Europäischen Union, die derzeit gemeinsam (inklusive Groß Britannien) ebenfalls mehr als 15 % der Stimmrechte halten.

Was sind die Aufgaben des Internationalen Währungsfonds?

Der Währungsfonds wurde von den Vereinten Nationen geschaffen, um einen Beitrag zur Stabilisierung der Weltwirtschaft zu leisten. 1944 wurde im Rahmen des sogenannten Beretton-Woods-Abkommens ein System fester Wechselkurse vereinbart. Diese Maßnahme sollte Währungsturbulenzen, wie sie während der großen Wirtschaftskrise in den 1920er Jahren und in der Zeit zwischen den Weltkriegen aufgetreten sind, verhindern. Zu diesem Zweck wurden zwei Institutionen, der Internationale Währungsfonds und die Weltbank, ins Leben gerufen. Die konkrete Aufgabe des Währungsfonds bestand darin, in Zahlungsbilanzschwierigkeiten geratene Staaten ohne ausreichende Währungsreserven mit Krediten zu versorgen. Darüber hinaus sollte die Organisation die internationale Zusammenarbeit in der Währungspolitik fördern, die Ausweitung des Welthandels vorantreiben, zur Stabilisierung von Wechselkursen beitragen und die Geldpolitik der beteiligten Staaten kritisch hinterfragen.

Jüngere Geschichte des Internationalen Währungsfonds

Der erste Deutsche an der Spitze des IWF war der spätere Bundespräsident Horst Köhler, der den Fonds von Mai 2000 bis März 2004 als Geschäftsführender Direktor leitende. Unter der Führung des Franzosen Dominique Strauss-Kahn ist der IWF während der Eurokrise ab 2010 heftig in die Kritik geraten. Dem Währungsfonds wurde vorgeworfen, das damals bankrotte Griechenland zu großzügig mit frischem Geld versorgt zu haben, um französische Banken vor dem Ruin zu retten. Strauss-Kahn musste 2011 aber nicht wegen fachlichen Versagens und Parteilichkeit, sondern wegen einer Reihe von Korruptions- und Sexualdelikten zurücktreten, die nach der mutmaßlichen Vergewaltigung eines amerikanischen Zimmermädchens bekannt geworden sind. Seiner Nachfolgerin Christine Lagarde, der ersten Frau an der Spitze der Organisation, gelang es, den Fonds wieder aus den Schlagzeilen zu holen und seine Rolle zu festigen.