Gläubiger

Was ist ein Gläubiger?

Als Gläubiger oder auch Kreditgeber wird eine natürliche oder juristische Person bezeichnet, die aufgrund einer Kreditvergabe oder auf Basis anderer durch den Schuldner bestehender Verpflichtungen, Anspruch auf eine Zahlung von diesem hat. Dabei muss der Schuldner nicht zwangsläufig in einem negativen Schuldverhältnis zu diesem stehen. Erbringt der Kreditgeber zum Beispiel eine Leistung – wird etwa ein Telefonanschluss zur Verfügung gestellt – so werden die Kosten für diesen erst im Nachhinein berechnet. So entstehen geldwerte Schulden beim Kreditgeber, die aber durch das Zahlen des geforderten Monatsentgeldes beglichen werden. Auch die regelmäßige Zahlung einer Kreditrate ist nicht als negative Schuld zu verstehen.

Wo wird der Begriff Gläubiger verwendet?

Der Begriff wird überall dort verwendet, wo ein Dauerschuldverhältnis besteht. Dies ist zum Beispiel bei entsprechenden Ratenverträgen der Fall oder bei Verträgen, die über eine Dienstleistung, die permanent erbracht wird. Allerdings wird der Terminus auch in Zusammenhang mit einer Person oder einer Institution genannt, die tatsächlich Schulden vom Schuldner einzutreiben hat. So ist auch ein Inkassounternehmen als solcher zu sehen, wenn die Forderungen einer bestimmten Firma an dieses abgetreten wurden. Hierbei handelt es sich dann um negative Schuldposten, die durch den tatsächlichen Verzug von Zahlungen entstanden sind, wobei die jeweilige Leistung aber erbracht wurde.

Weitere Informationen zum Begriff Gläubiger

Der Begriff ist heute eher negativ besetzt, wenngleich es verschiedene Arten von Gläubigerverhältnissen gibt. Im Grunde ist auch ein Warenhaus ein Solcher, wenn hier der Preis für den Einkauf erst zu einem späteren Zeitpunkt – zum Beispiel durch Rechnungsstellung – eingefordert wird. In diesem Zusammenhang sei die Gläubigeridentifikationsnummer erwähnt, welche vor allem bei großen Firmen zu Tragen kommt. Sie ist in Lastschriften vermerkt und weist das einziehende Institut definitiv als jenen aus, der tatsächlich berechtigt ist, die Forderung zu erhalten. Im privaten Bereich tritt eine Person erst in ein Gläubigerverhältnis ein, wenn eine offene Forderung gegen eine andere Person durch ein Gericht tituliert wurde. Davor handelt es sich stets um Privatschulden.